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15.05.2020

Telekommunikationsrecht 2019 - Sassenberg u.a. untersuchen die zivilrechtlichen Entwicklungen

Kurznachricht zu "Entwicklungen im zivilrechtlichen Telekommunikationsrecht im Jahr 2019" von RA Dr. Thomas Sassenberg, LL.M. und RiLG Dr. Dipl.-Inf. Reto Mantz und RA Dr. Gerd Kiparski, MBA, original erschienen in: K&R 2020 Heft 5, 337 - 344.

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Die Autoren gehen im ersten Abschnitt auf die Entscheidung des BGH vom 24.01.2019 - I ZR 200/17 - ein. Hiernach ist es im Grundsatz zulässig, mit eigenen Worten umschreibend mit einem in einem seriösen Verfahren erworbenen Testsiegel zu werben, solange das Testresultat hierdurch nicht zugunsten des Werbenden verändert wird. Sodann stellen die Autoren OLG-Entscheidungen zu Werbeaussagen dar ("Beste LTE-Netz", hierzu OLG Hamburg, Urteil vom 23.05.2019 - 3 U 75/18; "Telefontarif für junge Leute", vgl. OLG Hamburg, Urteil vom 09.05.2019 - 3 U 150/18; "LTE-Geschwindigkeit", OLG Koblenz, Urteil vom 10.04.2019 - 9 U 1126/18). Danach gehen Die Verfasser auf die Entscheidung des EuGH vom 10.07.2019 - C-649/17 - ein, wonach ein Händler im Fernabsatz nicht in jedem Fall eine Telefonnummer angeben muss. Es genügt vielmehr eine Gestaltung, solange es dem Verbraucher möglich ist, schnell und effizient mit dem Unternehmer zu kommunizieren. Im nächsten Abschnitt befassen sich die Autoren mit Judikaten zu § 4a Abs. 1 UWG (hierzu u.a. OLG Frankfurt am Main, Urteil vom 24.10.2019 - 6 U 147/18) sowie zu § 5a Abs. 2 UWG (vgl. OLG Köln, Urteil vom 30.10.2019 - 6 U 100/19). Sie befassen sich imit Judikaten zum Prozessrecht (einstweilige Verfügung gegen eine Kündigung, vgl. OLG Hamburg, Beschluss vom 06.06.2019 - 11 U 257/18) sowie zur Wirksamkeit von Vertragsbedingungen im Hinblick auf §§ 305 ff. BGB (hierzu LG München I, Urteil vom 17.01.2019 - 12 O 1982/18; LG Düsseldorf, Urteil vom 08.05.2019 - 12 O 264/18; OLG Schleswig-Holstein, Urteil vom 07.06.2018 - 2 U 5/17; KG Berlin, Urteil vom 14.03.2019 - 23 U 45/18).

Im Folgenden wenden sich die Verfasser Entscheidungen zur Routerfreiheit zu (hierzu OLG Koblenz, Urteil vom 04.12.2019 - 9 U 1034/19 sowie OLG Koblenz, Urteil vom 15.01.2020 - 9 U 1407/19). Ferner weisen sie auf die Rechtsprechung des OLG München vom 17.10.2019 - 29 U 3889/18 - hin, wonach die Dringlichkeit portal- und nicht werkbezogen zu beurteilen ist. Weitere Entscheidungen, die die Autoren auswerten, betreffen den Anwendungsbereich des Telekommunikationsrechts hinsichtlich OTT-Diensten (hierzu EuGH, Urteil vom 05.06.2019 - C-142/18; EuGH, Urteil vom 13.06.2019 - C-193/18). Im nächsten Abschnitt untersuchen die Verfasser aktuelle Rechtsprechung zum Datenschutz und zur Datensicherheit (hierzu u.a. BVerfG, Beschluss vom 25.09.2019 - 6 C 12.18; EGMR, Urteil vom 30.01.2020 - 50001/12; LAG Hessen, Urteil vom 21.09.2018 - 10 Sa 601/18; LG Stade, Beschluss vom 26.10.2018 - 70 Qs 133/18). Ferner weisen sie darauf hin, dass die BNetzA derzeit die Sicherheitsanforderungen gem. § 109 Abs. 6 Satz 1 TKG für das Betreiben von Telekommunikations- und Datenverarbeitungssystemen sowie für die Verarbeitung personenbezogener Daten als Grundlage für das Sicherheitskonzept gem. § 109 Abs. 4 TKG sowie für die zu treffenden technischen Vorkehrungen und sonstigen Maßnahmen gem. § 109 Abs. 1 und 2 TKG überarbeitet. Hinweise auf aktuelle europäische Gesetzgebung (Durchführungs-VO für das Muster für Vertragszusammenfassungen; E-Privacy-VO) und nationale Gesetzgebung (u.a. TKG Novelle; Gesetz für faire Verbraucherverträge; Glückspielstaatvertrag) bilden den Abschluss des Beitrags.

Dieser Beitrag wurde erstellt von RA Dr. Henning Seel.