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08.01.2020

Sky-Bundesliga-Abo als Werbungskosten

Ein Torwarttrainer bei einem Lizenzfußballverein, der ein Sky-Bundesliga-Abo nahezu ausschließlich für seine Trainertätigkeit nutzt, kann die Kosten dafür als Werbungskosten von der Steuer absetzen.

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Sachverhalt:

Der Kläger war bei einem Lizenzfußballverein als Torwarttrainer angestellt. In seiner Steuererklärung machte er die Kosten für das Paket "Fußball Bundesliga" seines Abonnements bei dem Pay-TV-Sender "Sky" geltend. Er gab an, dass er dies beruflich genutzt habe. Er müsse sich diverse Fußballspiele ansehen, um im Fußballgeschäft auf dem Laufenden zu bleiben. Im ersten Rechtsgang lehnte das FG Düsseldorf mit Urteil vom 14.09.2015 - 15 K 1712/15 E - den Werbungskostenabzug mit der Begründung ab, Zielgruppe von "Fußball Bundesliga" sei kein Fachpublikum, sondern die Allgemeinheit. Dem folgte der BFH im anschließenden Revisionsverfahren in seinem Urteil vom 16.01.2019 - VI R 24/16 - jedoch nicht. Aufwendungen für ein Sky-Bundesliga-Abo könnten vielmehr Werbungskosten sein, wenn das Abo tatsächlich nahezu ausschließlich beruflich genutzt werde. Das Verfahren wurde zur weiteren Aufklärung des Sachverhalts an das FG Düsseldorf zurückverwiesen.

Entscheidungsanalyse:

Das FG Düsseldorf gab der Klage nach einer umfassenden Anhörung des Klägers und der Vernehmung von Zeugen statt. Es erklärte, dass der Kläger das Sky-Bundesliga-Abo nahezu ausschließlich beruflich genutzt habe. Er habe für seine Trainertätigkeit Spielszenen ausgewertet, sich über Spieler sowie Vereine umfassend informiert und sich zugleich für eigene Pressestatements rhetorisch geschult. Der Senat ist davon überzeugt, dass der Kläger den dortigen Programminhalt nahezu erschöpfend angeschaut ihn und ihn in Einzelfällen nochmals durch Wiederholungen vertieft hat. Gelegentlich hat er den Inhalt auch anhand einiger Notizen schriftlich für sich ausgewertet. Das Abo ersparte dem Kläger zugleich Scouting-Reisen, für die weder Zeit noch finanzielle Mittel vorhanden waren. Zwar ist der Inhalt des Pakets nicht nach Art einer Fachzeitschrift auf ein Fachpublikum zugeschnitten. Dies steht indes der Annahme der nahezu ausschließlichen beruflichen Verwendung insbesondere deshalb nicht entgegen, weil ein speziell gerade auf das Berufsbild des Klägers ausgerichtetes Angebot nicht auf dem Markt erhältlich war. Zudem verfügte der Verein jedenfalls im Streitjahr nicht über ein sonstiges Videotool, das für den Kläger unmittelbar nutzbar war. Den Inhalt des Fußball-Pakets habe der Kläger allenfalls in einem unbedeutenden Umfang privat angeschaut. Denn u.a. wurde vorgetragen, dass wegen der beruflichen Verpflichtungen im Streitjahr ein Fernseh-Abend mit Freunden nicht in Betracht kam.

Praxishinweis:

Der Präsident des Düsseldorfer Finanzgerichts, Harald Junker, führte aus, dass der steuerliche Abzug der Aufwendungen für ein Sky-Abo die Ausnahme bleibe. Denn ein Abzug von Werbungskosten setzte immer voraus, dass die Aufwendungen durch die berufliche Tätigkeit veranlasst seien. Dies habe der Senat nur für den entschiedenen Einzelfall bejaht.

Urteil des FG Düsseldorf vom 05.11.2019, Az.: 15 K 1338/19 E